Beschlossen, dieses Jahr nur noch das Nötigste zu arbeiten und alle Termine auf Januar verschoben. Die stete Kapitalismuskritk anbei. Die Konten sind wieder auf dem Stand vom letzten Jahr, also ausgeglichen. Die Mutter der Leserin ist gestern gestorben. Sie hatte seit vier Wochen keine Nahrung mehr genommen und seit eineinhalb nichts mehr getrunken. Das berührt mich sehr. Meine Mama indes hat wieder Kraft geschöpft und ich erkenne, dass sie ihr eigenes Leben hat. Ihr eigenes Sterben haben wird. Und ich das meine.


Und unter alldem, da keimt etwas Zartes. Es wird teils gespeist durch gute Erinnerungen, teils ist es sehr neu und deshalb begeisternd. Nach fast fünf Jahren wieder den Bass aus der Tasche gefriemelt, deren Reißverschlüsse rauh geworden waren. Die Finger sind ebenso, aber ich übe ein einfaches Stück, mit dem ich das Bass-Spiel einst begonnen habe, 1979, von The Smashing Pumpkins. Einfach durchachteln. Billy Corgan sieht eigentlich aus wie der Geräuschemann. Allerdings fand ich Billy gut, bevor ich den Geräuschemann traf. Und mein Musikmachen begann auch vor ihm. Ich muss das auseinanderhalten. Voreinander trennen. Letztlich hat er sich sowieso nicht für meine Lieder interessiert, zu meinem Soloauftritt im August 2008 ist er nicht mal gekommen. Wenn ich jetzt neu starte, finde ich vielleicht endlich Frieden, und vielleicht kann ich neue Lieder schreiben, nicht die weinerlichen Love Songs von einst.

Die Musik. Vielleicht spendiere ich mir neue Lautsprecher, die alten sind riesig und der Schaumstoff löst sich schon auf nach 25 Jahren, wahrscheinlich fallen die Töner irgendwann einfach raus.

Ja, vielleicht. Vielleicht auch nicht, das macht nichts. Es soll schön sein, das neue Jahr.